Multimediaschau „Heimkehr kehrt heim“

Multimediaschau „Heimkehr kehrt heim“
3. Teil

Am Freitag mache ich mit meinem Mann einen Ausflug an die Oste und zwar nach Oberndorf. Dort im Gasthaus ‚Zur Sietwende‘ haben Marlene und Bert uns eingeladen zur Mitreise über den Atlantik. Im Multimediavortrag „Heimkehr kehrt heim“ heißen die Beiden die Zuhörer (ca. 140) willkommen und schildern den 3. Teil ihrer Atlantikreise und zwar von New York über die  Bermudas  zurück nach Oberndorf an die Oste.

Mit wunderschönen Bildern und Videos unterlegt, entführen die Beiden uns in eine andere Welt. Abwechselt erzählen sie Geschichten von Begegnungen mit anderen Schiffen und diversen Rettungsaktionen, über die Bevölkerung der jeweils besuchten Länder, von Delfinen und vom Leben an Bord. Eine rundum gelungene Berichterstattung, die wirklich empfehlenswert ist. Die Begeisterung der Beiden, für diese Art der Weltentdeckung und für das Leben an Bord, ist zu fühlen und steckt uns an.

Foto: Jochen Bölsche

Wir bekommen Fernweh! Ganz besonders hat mir die Sache mit der „Blauen Zweisamkeit“ gefallen. Da erzählen sie,  wie sie die Zeit bei Flaute auf dem Atlantik erlebt haben. Die tiefblaue Farbe des Meeres war beeindruckend, sie haben sie sehr gut eingefangen und für uns sichtbar gemacht. Die endlose Weite der See konnten wir fast körperlich spüren. Marlene und Bert sprechen von der Besinnung auf das Wesentliche, reden von der Ruhe und der Verbundenheit mit der Natur, aber auch von der Vertrautheit mit dem Partner.  Bert sagt, man kommt auf den Punkt.  Marlene meint, einmal mit dem Fernweh infiziert, bedeutet das immer Fernweh.  Die Zeit vergeht wie im Flug und so müssen wir dann zurück in die Wirklichkeit. Aber der Spruch zu Beginn des Vortrages bleibt in unseren Köpfen: Wenn Du keine Träume hast…. wie sollen sie dann wahr werden!

Hier ein Video von Radio Bremen: 30 Monate unterwegs

Wir wünschen den Beiden viele weitere interessante Reisen und immer die berühmte Handbreit Wasser unter der Heimkehr

Foto: Heimkehr-Hamburg.de

Geschichten aus dem Winterlager

Winterlager

Die Natur hält ihren wohlverdienten Winterschlaf. Der Wind heult im Hafen und die Schiffe liegen gut verpackt an Land. Sie warten aufs nächste Frühjahr und träumen vom vergangenen Sommer.

Einige kuscheln

Wenn man sich leise verhält und die Ohren spitzt, kann man Geschichten hören. Die Schiffe tauschen Erinnerungen der letzten Segelsaison aus. Einige erzählen  von gewonnen Regatten und tollen Preisen. Die alten hölzernen Ladys belächeln diese Angeber, immer das gleiche mit den Regattatypen. Die Ladys erzählen lieber lustige Anekdoten von Badeszenen und Familienausflüge, da ist immer was los. Da wird viel gelacht, die Familien freuen sich über die Schiffe und genießen das Leben.  Das gefällt den Ladys. Einige Schiffe sehen  ungepflegt und verwahrlost aus, sie beklagen sich über die schlechte Pflege. In der Saison war niemand an Bord und  sie mussten entweder an Land bleiben oder  lagen verlassen im Hafen. Andere waren immer nur unterwegs und hatten keine Minute Ruhe, als „Meilenfresser“ werden die Eigner beschimpft.

Unter der Plane

Ein paar ramponierte Schiffe klagen über die mangelnden Navigationskenntnisse der Besitzer. Viele Skipper verlassen sich nur noch auf die Technik, höre ich, fällt die aus, sind sie hilflos und wundern sich, wenn wir knirschend und polternd auf Land fahren. Dann ist das Geschrei groß und uns tut es weh. Zwischen zwei schlanken Schiffen, sogenannten Rennziegen,  geht es richtig zickig zu, jede von ihnen meint, sie wäre die Schönste. Die anderen Schiffe höre ich leise unter den Planen kichern.

Es ist kalt

Dann heult und faucht der Wind so laut, dass ich nichts mehr verstehen kann. Im Frühjahr werde ich nochmals lauschen und vielleicht höre ich ein paar neue Geschichten. Es wird kalt und ich fahre lieber nach Hause.

Die alte Lady „SY Carina“

9. Wet Picture – Segelfotos

Fotoprojekt Wet Picture

Segel-Aktion-Fotos

Ohne Wasser kein Segelsport!
Deshalb passt dieses Fotoprojekt perfekt zu meinem Hobby

Komm an Bord

Hier habe ich die Kamera auf die Fußreling gehalten und deshalb ist der Horizont schräge.

Bei diesem Foto ist die Kamera wieder fest an Bord und ich habe eine Langzeitaufnahme gemacht, so verwischt das Wasser und die Geschwindigkeit wird deutlich.

Bei Sturm auf der Ostsee

Solche Aufnahmen sind schwierig, es ist unruhig und nass an Bord. Aber mit kurzer Belichtungszeit gelingt auch dann ein gutes Foto. Ich muss nur immer schnell in Deckung gehen wenn die Gischt kommt.

Blick nach Achtern

Wie beim ersten und zweiten Foto habe ich die Kamera fest auf die Planken vom Schiff gedrückt und mit langer Belichtungszeit fotografiert. So entstanden die Bewegungsunschärfen bei der Flagge und bei den Wellen.

Weitere Beiträge zu diesem schönen Projekt findet Ihr hier:

von Barbara (Image Location)

Hanö

Eine Insel in der Hanö-Bucht

mit Drachenspuren und Klappersteinn

Drachenspuren und Klappersteine, aber keine Autos und keine Mücken
Beim Segeltörn zur Ostküste Schwedens haben wir der Insel Hanö einen Besuch abgestattet. Wie heißt es so schön in den Prospekten der Insel: Keine Autos und keine Mücken auf Hanö, hier hört man nur das Meer und die Bäume rauschen.



Größe: 2,5 ha

Hanö liegt in einer Bucht an der Ostküste Schwedens, in den Schären von Blekinge. Die Hanöbucht reicht vom Leuchtturm Sandhammaren bis Torhamn im Nordwesten. Die Bucht war lange Sperrgebiet für ausländische Wassersportler, weil die schwedische Marine die Bucht militärisch nutzte. Erst 2001 wurde sie auch für Wassersportler aus anderen Ländern frei gegeben. Mit der Fähre kommt man vom Fischereihafen Nogersund zur Insel, die MS Vitaskär braucht für die 5 km Überfahrt 25 Minuten.
Abfahrt von Nogersund

Hafen auf Hanö

Hafen
Diese kleine Insel in der Hanöbucht ist ein Muss für jeden Segler, der Hafen ist sehr beliebt und daher in den Sommermonaten meistens überfüllt (zwischen 50 – 75 Schiffe sind keine Seltenheit). Früher war er ein kleiner Fischereihafen, jetzt wir er zu 90 % von den Wassersportlern genutzt. Wir haben Glück und finden einen Platz längsseits an der Kaimauer. 2 Segler legen noch bei CARINA an, alle anderen Päckchen bestehen nur aus 2 Schiffen. Im hinteren Bereich liegt man mit Heckanker. Entweder ist die Hauptsaison schon vorbei oder wir haben nur Glück. Das kleine Dorf bietet nicht viel, keine Geschäfte oder Cafes. Direkt am Hafen gibt es das Lebensmittelgeschäft Hanö Skafferi, aber es ist eigentlich eher ein Kiosk. Dann noch das Restaurant Hanö, sonst nur Natur.


Museum
Das Museum Bödeboden-Hanö befindet sich am Hafen, es ist sehr klein und zeigt eine Ausstellung über die Geschichte der Insel. Man findet Informationen über die Natur und die Kultur der Insel. Der Besuch ist kostenlos, aber über eine Spende freut man sich sehr. Die Künstler von der Insel stellen ihre Werke in ihrem Wohnhaus aber auch im Museum aus.  


Natur
Die Natur auf Hanö ist sehr ursprünglich und deshalb besonders schön. Hier hat Fauna und Flora nur eine Chance, wenn sie stark und robust ist.  Die Eiszeit hat ihre Spuren hinterlassen, die Insel wurde vom Eis abgeschliffen. Sie besteht aus sehr hartem Granit mit wenig Erde. Etwa die Hälfte der Insel ist bewaltet, überwiegend mit Hainbuchen. Der Rest der Insel ist mit Wiesenflächen und Sträuchern bedeckt. Ab dem Jahr 1956 gibt es Damhirsche auf Hanö, damals waren es 5 Stück, heute schätzt man zwischen 150 und 200 Stück. Die Hirsche fressen im Sommer von den Wiesenflächen, dadurch bleiben die Flächen offen und wuchern nicht zu. Im Winter werden die Hirsche gefüttert.

Leuchtturm
Der Höchste Punkt ist 60m hoch, dort steht der Leuchtturm, der mal der lichtstärkste der gesamten Ostsee war (Reichweite 23.5 sm). Er ist 16 m hoch und wurde 1904 gebaut. Er löste das Anlegefeuer auf dem Dach des Wohnhauses vom Leuchtturmwärter ab. Drei Lichtblitze alle 15 Sekunden werden über das Meer gesendet.  Der Leuchtturm wurde 1980 automatisiert und die Dienste des Leuchtturmwärters wurden nicht mehr benötigt. Direkt neben dem Leuchtturm steht das Haus, in dem früher der Leuchtturmwärter wohnte. Dieses Haus gehört der Gemeinde Hänö und kann für Aufenthalte auf der Insel genutzt werden.

Friedhof
Gleich in der Nähe des Leuchtturms findet man einen englischen Friedhof, hier steht ein großes Holzkreuz. Die Inschrift auf dem Holzkreuz stammt von einem englischen Fahrzeug und lautet „H.M.S. Plymouth 21 Juni 1973“. Das große Holzkreuz wurde erst 1973 im Zusammenhang mit dem Besuch einer englischen Fregatte auf der Insel errichtet. Während der Zeit des Napoleonkrieges 1810 – 1812  war Hanö Basis für die Manöver der englischen Kriegsflotte in der Ostsee. Die Flotte sollte den Handelsschiffen auf dem Weg zwischen Österjöhamnar und England Schutz bieten. Auf dem kleinen Friedhof sollen 15 Soldaten beerdigt sein. Noch heute läuft die Royal Navy die Insel an, um die toten Soldaten zu ehren. Dann wird oben auf dem Friedhof ein Gottesdienst abgehalten. Etwas entfernt vom englischen Friedhof gibt es noch eine kleine Grabstätte, hier liegt Karna Mattsdotter und zwei von ihren Kindern begraben. Sie wurden Opfer der Cholera im Jahre 1834.

 


Drachenspuren und Klappersteine
Ein Wanderweg führt durch eine offene Graslandschaft, die durch große glatt geschliffene Felsen unterbrochen wird. Auf diesen Felsen gibt es Drachenspuren. Hier die Legende: Der Drachen ist jede Nacht von Ternö und Hanö geflogen, mit nur zwei Flügenschlägen hat er die 20 km zurückgelegt. Als dann der Leuchttturm zum ersten Mal sein Lichtstrahl ausgesendet hat, erblindet der Drachen und stürzte ab. Wir hörten von dieser Legende und machten uns auf die Suche. Man muss schon sehr genau hinschauen, sonst findet man die Spuren nicht. Der Spazierweg ist ausgeschildert und führt vom Leuchtturm über den Friedhof zur Nordspitze „Bönsäcken“. Diese Nordspitze von Hanö (Bönsäcken) verändert sich ständig durch Strom und Wellen. Sie reicht 130 m ins Meer und besteht aus Millionen so genannter Klappersteinen. Die unterschiedlichen Steine (Granit, Diabas, Quarz, Gneis) sind durch die Gletscher und die Wellen in runde glatte Formen geschliffen und im Wasser schimmern sie in vielen Farben. 1976 verschwand die Nordspitze durch einen gewaltigen Sturm, später tauchte sie wieder auf und die Freude der Inselbewohner und deren Besucher war groß. Seitdem ist Bönsäcken eine Sehenswürdigkeit. Wie die Landzunge zu ihrem Namen kam ist ungewiss, eine Erklärung ist, dass man den Namen von den bohnenähnlichen Steinen ableitete. Aber es gibt auch noch eine Legende hierzu. Eine starke Frau soll auf Hanö gelebt haben und als sie sich einsam fühlte und auf das Festland wollte, sammelte sie viele Steine auf der Insel. Sie sammelte die Steine in ihre Schürze und als sie dann stolperte, fielen alle Steine aus der Schürze und polterten  ans Ufer und so entstand Bönsäcken.

Klappersteine auf Hanö

Ferienhäuser, Gemeindehaus und eine Jugendherberge bieten Möglichkeiten zum Übernachten oder als Urlaubsunterkunft.


Fåborg – eine Stadt in der Dänischen Südsee

55° 02,14 ´ N
09° 25,33 ´ E

Fåborg liegt auf Fünen und in der so genannten dänischen Südsee. Es ist eine der dänischen Lieblingsstädte unserer Familie. Denn nicht nur der Hafen bietet viel, sondern auch der alte Stadtkern ist sehenswert.

Fåborg


Allgemeines
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Nur einige Städte in Dänemark haben so eine schöne Lage wie Fåborg. Die kopfsteingepflasterten Gassen zwischen den alten Häusern mit dem massiven Glockenturm und dem mittelalterlichen Stadttor, hinter dem die alten Kaufmannshöfe liegen, sucht in Dänemark seinesgleichen. Hinzu kommt noch der neu gestaltete Hafen, der oft von Fahrtenseglern und Traditionssegler angelaufen wird.

Hafeneinfahrt


Geschichte
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Erwähnt wird Fåborg zum ersten Mal in einer Urkunde von 1229, als Valdemar Sejr die Stadt seiner Schwiegertochter Eleonore von Portugal schenkte. In den Jahren 1672, 1715 und 1728 zerstörten große Stadtbrände viele Höfe und Häuser. In der Mitte des 18. Jahrhundert blühte die Stadt kurz auf, zu dieser Zeit hatte die Stadt Fåborg die größte Zahl von Schiffen unter den Städten Fünens. 1880 belief sich die Einwohnerzahl auf 3476 und der Getreidehandel erreichte seinen Höhepunkt, ebenso der Branntweinhandel. Auch gab es zwei Eisengießereien und der Betrieb am Hafen nahm zu. Große Hoffnung setzt man in den Bau der Eisenbahn, aber damals bekam Fåborg leider keinen Eisenbahnanschluss. Später war es dann zu spät, da hatten Odense und Svendborg schon einen großen Vorsprung in Handel und Industrie. Heute spielt der Tourismus neben dem Einzelhandel eine große Rolle, denn Fåborg versorgt das recht große Hinterland.

Der alte Stadtkern
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Ganz besonders möchte ich auf den alten Stadtkern hinweisen, eine Wanderung durch das alte Fåborg ist nicht nur informativ sondern auch sehr abwechslungsreich. Alte Kaufmannshöfe, hübsche Stadthäuser, Cafés und Geschäfte bilden einen charmanten Stadtkern. Mit meinen Segelfreunden habe ich eine Stadtführung veranstaltet. Ich habe mir ein kleines Buch über das alte Fåborg gekauft und bin mit ihnen durch die Stadt spaziert. Mir hat es Spaß gemacht und die Freunde waren von der Stadt begeistert. Heute werde ich versuchen die Highlights der Stadtführung hier vorzustellen.

Teil der Holkegade

Stadtführung durch das alte Fåborg
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Die Wanderung beginnt in der Holkegade. Hier reihen sich die Schönheiten aneinander und es gibt nicht viele Straßen in Dänemark, die sich mit ihr messen können. In der Holkegade Nr. 2 gibt es zwei malerische Häuser, die aber eine Einheit bilden. Die Schmiedehäuser hatten jeweils eigene Bauherren, 1730 entstanden sie nach dem Brand, bei dem das ganze Viertel dem Feuer zum Opfer fiel.

Schmiedehäuser,
Schmiedehäuser

Holkegade Nr. 3 ist ein Erkerhaus das Anfang 18. Jahrhundert von einem reichen Kaufmann und Reeder gebaut wurde. Es gehören ein Vorderhaus, Seitengebäude und ein Lagerhaus dazu. Es fiel ebenfalls kurze Zeit später den Flammen zum Opfer. Die Witwe des Kaufmanns, denn er starb nach dem Brand, baute den Hof wieder auf. Dieser Hof ist jetzt 250 Jahre alt und zählt zu den schönsten Fachwerkhäusern Fåborgs. Teilweise wurden die Wände verputzt, doch sonst wurde alles unverändert gelassen.
Das Nachbarhaus Holkegade 1, wird „Den gamle Gård“ (Der alte Hof) genannt und ist ebenfalls ein Kaufmannshof. Der Besitzer hatte mehrere Schiffe und betrieb einen bedeutenden Handel mit Getreide. Die Schiffe transportierten Getreide von Norddeutschland nach Norwegen. Das Haus ist gebaut, wie es im 18. Jahrhundert in Fåborg Sitte war, mit einem hohen Sockel und einer Fachwerkfassade mit vorspringendem Erkervorbau. Heute befindet sich in diesem Hof das Heimatmuseum.

Den Gamle Gård – Heinmatmuseum

Den Abschluss der Holkegade bildet die Apotheke. Fåborg hatte 1737 erstmals eine Apotheke,  sie wurde 1880 erbaut und ist ein sehr prächtiges Bauwerk. Die Holkegade ist insgesamt eine hyggelige Straße.

Apotheke

Vorbei am alten Rasmussens Hotel gehen wir weiter zum Markt. Mitten auf dem Markt findet man einen sehr umstrittenen Brunnen. Es ist ein Werk des Bildhauers Kai Nielsen und ein Geschenk des Fabrikanten Mads Rasmussen. Viele Bewohner konnten sich nicht mit dem Brunnen anfreunden. Es zeigt den Helden Ymer, während er von der Kuh Milch trinkt und zwar in einer eigenartigen Stellung. Mittlerweile haben sich alle damit abgefunden und freuen sich über die großartige Spende des Mads Rasmussen.

Brunnen
Brunnen Marktplatz

Wir wenden uns nun dem bekanntesten Bauwerk Fåborgs zu, dem Glockenturm. Er ist ein Rest des Kirchengebäudes und wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Ursprünglich hatte er vier Giebel, 1778 erhielt er den heutigen achteckigen Abschluss mit spitzer Haube und Laterne. Während der Turm umgebaut wurde, ist die Kirche abgerissen worden. Es führen 101 Stufen hinauf zum Turm. Man kann ihn besichtigen und von dort oben die Aussicht genießen.

Der Glockenturm

Die Ostergade ist heute eine Fußgängerzone und war in alter Zeit die Hauptstraße der Stadt. Hier gibt es einige sehenswerte Häuser. Eins davon werde ich hier erwähnen. Die Nr. 1 ist Poul Kinafarers Hof, der Besitzer hieß mit bürgerlichem Namen Poul Jakobsen.

Poul Kinafarers Hof
Poul Kinafarers Hof

Er verließ mit 18 Jahren die Stadt und fuhr zur See. Dreimal war er in China und diese Fahrten gaben ihm den Beinamen „Kinafarer“. Die Fahrten bescherten ihm Reichtum, in dem er chinesische Waren kaufte und sie auf eigene Rechnung verkaufte. Nach einer reichen Heirat kaufte er den Hof in der Ostergade. In dem 18 Fach, zwei Geschoß großem Fachwerkvorderhaus wohnte er und in dem Hinterhaus richtete er die Lager ein. Heute ist nur noch das Hinterhaus (2 Geschosse, 15 Fach) erhalten. Das aber einen Eindruck über den Wohlstand vermittelt.

Hof an der Fußgängerzone

Am Ende der Ostergade sieht man auf den Konservenhof der Familie Mads Rasmussen, genannt „Mads Tomat“. 1899 gehörte ihm der Konservenhof und er wurde Direktor der neu gegründeten „Dänischen Wein- und Konservengesellschaft“. Fruchtsäfte, Konserven und ganz besonders Tomatensäfte fanden sein Interesse, daher auch der Name „Mads Tomat“. Er machte sich aber nicht nur um die Wirtschaft verdient, er war auch Mittelpunkt der Kunstszene und so kamen Ende des 19. Jahrhunderts viele Künstler in der Stadt. Dazu aber später mehr, denn Fåborg hat auch ein Kunstmuseum. Durch ein Tor kommt man in den Innenhof, hier steht ein mächtiger Walnussbaum. Die Seitengebäude sind unscheinbar, aber das Hinterhaus aus Fachwerk ist sehenswert. 1760 wurde es eingeschossig erbaut und hundert Jahre später wurde ein zweites Geschoß zugefügt. Die Remise wurde geöffnet, damit man auf das hintere Grundstück gelangen konnte, wo früher die Fabrik stand.

Fußgängerzone und Kunstmuseum

Nachbar des Konservenhofes ist das Kunstmuseum. 1912 – 15 wurde das Museum gebaut. Da das Grundstück sehr schmal und lang ist, war der Architekt Prof. C. Petersen sehr gefordert. Er hat die Aufgabe super gelöst. Das Museum hat einen vorgezogenen tempelähnlichen Eingang mit eigenem Dach. Die Vorhalle ist in grün gehalten und der erste kleine Saal wird von einer Statur des Bildhauers Kai Nielsen beherrscht. Sie zeigt den Kunstmäzens Mads Rasmussen und ist sehr beeindruckend. Mads Rasmussen stellte jedes Jahr einen Betrag für den Ankauf fünischer Kunst zur Verfügung und so kann man heute die Früchte seines Werks im Museum bewundern. Das Museum ist jetzt eine selbständige Stiftung und zeigt die größte Gemäldesammlung fünischer Maler.

Eingang Kunstmuseum

Ein Besuch der Heiliggeistkirche liegt als nächstes an. Sie ist eine alte Klosterkirche, die nach dem Abriss der alten Nikolaikirche als Pfarrkirche diente. Begonnen wurde mit dem Bau bei Klostergründung im Jahr 1480. Zuerst entstanden der Chor und das Kloster, das 1530 schon wieder abgerissen wurde. Das Kirchenschiff wurde später angebaut. Fertigstellung der Kirche war erst im 16. Jahrhundert. Sie sieht sehr prächtig aus und doch etwas ungewöhnlich, weil das Mittelschiff der Kirche niedriger gebaut wurde, als ursprünglich geplant. Dadurch gehen die Dachflächen der Seitenschiffe fast in das Dach des Mittelschiffes über. Das Inventar der Kirche stammt aus dem Jahre 1858, als die Kirche restauriert wurde. Sie ist innen wie außen sehenswert.

Vor dem Vesterport (Westtor), das aus dem Mittelalter stammt, wie auch die Kirche und der Glockenturm, liegt der Plougs Hof. Ein prächtiger Hof mit Tor um 1775 erbaut. Das Fachwerkhaus wurde 1880 mit einer massiven Fassade versehen und zweigeschossig umgebaut. Das Tor, Vesterport, war Teil der mittelalterlichen Befestigung und hatte bis zum Umbau 1939 drei Gewölbe. Hier wurde Zoll für die Waren bezahlt, die man in die Stadt einführte. Oft wurde über einen Abriss des Tores nachgedacht, doch zum Glück bliebt es immer nur beim dem Gedanken. Heute ist es saniert und keiner denkt mehr an Abriss.

Vesterport

Einen Hof in der Vestergade möchte ich noch erwähnen: „Den Voigtske Gård“  Hier lebte Riborg Voigt, die erste große Liebe H.C.Anders. Er besuchte seinen Schulfreund Christian und verliebte sich in seine Schwester Riborg. Für sie schrieb er das Gedicht: „To brune Øjne“ –  „Zwei braune Augen“ Die Liebe hatte keine Zukunft, denn Riborg war schon verlobt. Der Bauernhof wurde zuletzt in 1837-1838 erweitert, heute ist er noch im ursprünglichen Zustand.

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„Den Voigtske Gård“

Hiermit ist der virtuelle Rundgang durch den alten Stadtkern beendet. Wer jetzt Lust auf mehr hat, der sollte unbedingt einen Besuch dieser schönen Stadt planen.

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Hafen und Meer
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Aber auch wer keine Lust auf alte Gemäuer hat, der wird Fåborg lieben, denn es hat auch noch eine maritime Seite, den Hafen.

Hafeneinfahrt Stadthafen

Hier ist immer was los, Yachten, Fischer, kleine Fähren und große Oldtimer sorgen für Programm. Entweder sitzt man in der Räucherei und genießt den Fisch oder vor dem Hotel bei einem Kaffee oder Bier und beobachtet das Leben im Hafen. Der Hafen wurde erst kürzlich neu gestaltet und lädt zum Bummeln ein.

Stadthafen

Mit der Fähre kann man den kleinen Inseln vor Fåborg einen Besuch abstatten. Sie sind sehr idyllisch und man hat Natur pur. Das gilt für alle drei Insel: Lyø (150 Bewohner), Avernakø (120) und die kleinste Bjørnø (40). Die Inselfähre zum kleinen Insel Bjørnø heißt „Lille Bjørn“, mehr Informationen findet man hier. Für Lyø und Avernakø gibt es eine gemeinsame Fähre, sie fährt Fåborg – Lyø – Avernakø – Fåborg. Informationen gibt es hier . Eine weitere Fähre fährt von Fåborg nach Søby auf Ærø, auch diese Fährlinie hat eine Homepage: Link.

Kunst am Hafen

Abschluss
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Fåborg ist ein Besuch wert und bietet für jeden etwas. Ob Familienausflug, Wochenendbesuch, Stadtbesichtigung oder Angelausflug, hier gibt es viel zu sehen, zu genießen (ganz besonders frischen Fisch) und zu erleben. Diese idyllische Stadt, die das alte Milieu einer Kaufmannsstadt bewahrt hat, kann ich allen empfehlen.

Svendborg

Svendborg ist die Hauptstadt von Fünen und dem Inselmeer, dazu zählen Taasinge und Thurø, es sind die größeren Inseln und beide haben eine Brückenverbindung nach Fünen. Zu den kleinen Inseln wie Hjortø, Skarø und Drejø muss man die kleinen Fähren benutzen. Die Fahrt mit der Fähre durch den Svendborgsund und weiter ins Inselmeer hinaus, ist für sich schon ein tolles Naturerlebnis!

>>>Die Stadt<<<
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Svendborg darf sich schon Stadt (26.500 Einwohner) nennen, sie ist groß genug und doch noch klein genug um gemütlich zu sein. Mit diesem Slogan macht die Stadt Svendborg auf sich aufmerksam. Sie besteht schon seit dem 13. Jahrhundert und nannte sich „Swineburg” (Schweineburg). Svendborg spielte eine große Rolle im Leben der Handelsleute und Handwerker und als Hafenstadt zählte sie dann zu den wichtigsten Handelsstädten Skandinaviens. Im Stadtkern gibt es noch viele alte Gassen und man spürt noch einen Hauch von Mittelalter. Svendborg ist eine gute Kombination aus Alt und Neu und liegt als Ausgangspunkt für Ausflüge per Auto, Schiff und Bahn sehr günstig. Eine Erkundungsreise ins Inselmeer kann ich nur empfehlen.

Altstadt

>>>Der Hafen<<<
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Svendborg ist eine Seefahrerstadt und darauf ist man stolz. Das Herz von Svendborg schlägt im Hafen. Hier ist Leben und es gibt viel zu sehen. Der Hafen teilt sich auf in den Handelshafen mit Fährbetrieb und den Stadthafen mit Liegemöglichkeiten für Sportboote. Einen speziellen Sportboothafen gibt es auch noch und er hat eine sehr außergewöhnliche Form, der Hafen hat eine runde Hafenmole und die Schiffe liegen im großen Kreis nebeneinander. Im Stadthafen wurde ein neues Hafenmeisterbüro angelegt, es ist ein schwimmendes Büro und die Sportboote liegen gleich daneben am Steg. Im Stadthafen gibt es viele Gastliegeplätze für Wassersportler, der Hafen wird gerne besucht.

Hafenmeisterbüro im Stadthafen

Svendborg hat einen guten Ruf im Schiffsbau. Neben Kopenhagen sind hier die meisten Reeder ansässig und die Ausbildung von vielen dänischen Seeleuten findet hier in den Ausbildungsstätten statt. Eine große Holzschiffswerft ist noch in Betrieb und Svendborg wird deshalb von vielen alten Segelschiffen angelaufen. Neben dem Fährhafen gibt es eine Kaianlage für die alten Schiffe und hier kann man die stolzen Oldtimer bewundern. Direkt daneben in einem alten Speicher befindet sich ein Restaurant mit dem Namen  „Restaurant5.dk “, da habe ich allerdings bisher nur einen Cappuccino zu mir genommen. Man kann sehr schön im Freien sitzen und  das Geschehen im Hafen beobachten. Mehr zum Pakhus: hier

Det gule Pakhus neben dem Museumshafen

Eine weitere Möglichkeit sich zu stärken hat man in dem Restaurantschiff im Stadthafen „ORANJE“ an der Jensens Mole. Der Vertrag als Liegeplatz läuft im September 2011 aus und wir sind gespannt, ob das Wahrzeichen des Stadthafens weiter dort liegen wird. Ab Juni 2011 liegt ein weiteres Restaurantschiff an der Kaimauer. Die  luxuriös ausgestattete „MS Sundance“ ist Cafe, Restaurant und Minihotel. Auch Ausstellung sollen dort stattfinden. An Bord gibt es öfter mal lebendige Musik, wie es in Dänemark heißt. Gleich neben dem Restaurantschiff ist die Anlegestelle des Oldtimers ”Helge” aus dem Jahre 1924. Es macht Sundfahrten nach Fahrplan und läuft auch die alte Schifferstadt Troense an und ebenfalls Valdemars Slot. Man kann an den Haltestellen einen oder mehrere Aufenthalte machen und so eine schöne Erkundungstour durch den Sund machen.

Svendborg – Museumshafen


>>>Die Einkaufsmöglichkeiten<<<
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Hier gibt es für alle was. Eine lange Shoppingmeile schlängelt sich durch die Stadt. Eine Vielzahl von unterschiedlichen Geschäften reihen sich aneinander. Ein paar schöne Plätze mit Sitzgelegenheiten in Cafes und Restaurants sind ebenso vertreten wie auch gemütliche Kneipen, Modeboutiquen, Fachgeschäfte und Kaufhäuser. Hier kann man Bummeln ohne Ende und es fällt schwer sich für ein Restaurant zu entscheiden. Das Zentrum liegt beim Rathaus und der Kirche „Vor Frue Kirke“. Diese Kirche liegt majestätisch auf einer kleinen Anhöhe. Unbedingt besichtigen, sie hat einen wunderschönen alten „PRÆDIKESTOLEN“, das ist da, von wo der Pastor zur Gemeinde spricht. Von der Decke hängen ein paar Segelschiffmodelle, wie man sie oft in den Kirchen im Norden findet.

>>>Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten<<<
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Das maritime Ereignis im August ist die Svendborg Classic Regatta, hier laufen viele alte Schiffe kommen aus Dänemark, Schweden und Deutschland. Ebenfalls feiert die Stadt im August die Svendborger Festtag. 7 Tage bietet die Stadt Musikveranstaltungen, Theateraufführung, Sportveranstaltung und ein Feuerwerk auf dem Svendborger Sund.

Fyn-Rund für Traditionsschiffe

Es gibt einige Schlösser im Umkreis von Svendborg, sie sind zwar noch im Privatbesitz und dienen auch noch als Wohnsitz, aber die Besitzer haben der Öffentlichkeit ihre Türen geöffnet.
Das Egeskov Slot im Norden von Svendborg ist ein Wasserschloss mit einer großen Parkanlage, 6 interessante Museen, Irrgärten und einem Wald-Spielplatz.
Valdemars Slot befindet sich auf der Insel Taasinge mehr dazu weiter unten. Herrenhof Broholm (1644) ist ein Spätgotischer Herrenhof. Es ist von Wassergräben und einem See umgeben und ist seit 1730 im Besitz der Familie Sehested. Ein kleines Privatmuseum mit Funden aus der Periode Steinzeit bis Mittelalter kann besichtigt werden. Die Familie vermietet auch Hotelzimmer und für Feiern kann man Räumlichkeiten mieten.


>>>Übernachtung<<<
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Hier hat man viele Möglichkeiten und man wählt je nach Geldbeutel und Anspruch zwischen Hotels, Ferienhäuser, Campingplätze und Jugendherbergen. Die Jugendherbergen in Dänemark heißen: Vandrerhjem. Das DANHOSTEL Svendborg Vandrerhjem befindet sich in der Innenstadt und hat einen guten Ruf. Hier kann man auch als Familie unterkommen, Fahrräder gibt es dort auch zum Leihen. Ferienhäuser und Campingplätze findet man im Umkreis von Svendborg reichlich. Auch wird Bed & Breakfast als Urlaubsform hier in Svendborg angeboten. Infos gibt es über das Sydfyns Turistbueau, Telefon 62210980 oder per Mail: turist@svendborg.dk

>>>Aktivitäten<<<
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Viele Möglichkeiten bieten sich hier. Ob Fahrradtouren, Meerkajak, Bootstouren oder Angeltouren. Badenixen können sich an einem herrlichen Strand vergnügen und ein Sommerbadeland „Svømmeland“ mit Wasserrutsche, Sauna, Solarium und Cafeteria gibt es auch noch. Auch Minigolf und natürlich auch einen Golfclub mit einem leicht hügeligen Platz, der von Wald und Feldern umgeben ist. Von den höchsten Punkten aus hat man eine einmalige Aussicht über das Südfünische Inselmeer. Das Inselmeer ist für alle Boote und Schiffe geeignet, ob Kanu oder 3-Mast-Schoner. Das Maritim-Center in Svendborg bietet Segeltörns auf eines ihrer Traditionsschiffe an. Im Angebot sind Tages-, Abend- oder Inseltörns. Und für Kinder gibt es noch einen Piratentörn.

Fähre im Hafen Svendborg

>>>Die Inseln<<<
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Ein paar Zeilen zu den kleinen Inseln im unmittelbaren Umfeld von Svendborg. Einige kann man wie oben beschrieben über Brücken erreichen und die anderen erreicht man mit der Fähre. Fährpläne und Infos gibt es im Handelshafen oder auf der Homepage der Stadt.

Taasinge
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Seit 1966 kann man Taasinge über eine Brücke erreichen. Schon von der Brücke bekommt man einen kleinen Eindruck über diese herrliche Inselwelt um Svendborg. Auf der Insel gibt es Apfelplantagen und herrliche Gärten zu sehen. Besonders das alte Fischerdorf Troense im Osten der Insel kann ich empfehlen. Viele alte Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert geben einen schönen Rahmen und man kann hier wunderbar spazieren gehen. Entweder geht man am Strandvje entlang, genießt die Aussicht auf den Sund und die vorbeifahrenden Boote oder man geht an den gepflegten Gärten und Obstplantagen vorbei. Auf jeden Fall ist dieser Ort ein Besuch wert.

Ebenfalls muss ein Besuch von Valdemars Slot eingeplant werden. Von Troense kommt man über eine schöne Allee zum Schloss. Es ist das größte in Privatbesitz befindliche Schloss Dänemarks. Besichtigen kann man dort das Schlossmuseum, zur Anlage gehören auch noch das Museum für Trofæjagt und Etnografika (Jagd-Trophäen und Ethnographiken), Danmarks Museum für Lystsejlads (Freizeitboote) und Danmarks Legetøjsmuseum (Spielzeugmuseum). Also etwas für die ganze Familie.

Thurø
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Die Insel ist ebenfalls über eine kleine Brücke zu erreichen. Hier erlebt man Natur in Form von Strand, Wald und Wiesen. Eine schöne Kirche von 1639 gibt es im nördlichen Teil der Insel. Erwähnenswert sind noch der Minigolfplatz mit 20 handgegossenen, künstlerisch gestaltenten Zementbahnen und der Strand von Smørmosen, der ein großer Spielplatz ist

Drejø
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Nun heißt es rauf auf die Fähre und durch den Svendborgsund an den Inseln Skarø und Hjortø vorbei. Eine Insel mit einem schönen alten Dorf und viel Natur. Der alte Hafen war der einzige auf der Insel und ein Naturhafen. 1905 wurde dann der Fährhafen gebaut und ein kleiner Hafen für Sportboote (Tiefgang 2,50m). Allerdings klingt Fährhafen richtig groß, es ist aber ein kleiner verträumter Hafen.

Skarø
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Am Eingang des Svendborgsunds liegt die Insel Skarø, sie wird mit der Fährlinie nach Drejø erreicht. Hier findet man hauptsächlich Tagesbesucher, die auf der Insel wandern und Fahrradtouren machen. Hier gibt es ein Cafe und eine Räucherei. Skarø hat 21 Bewohner, die im Dorf Skarø wohnen. Im Fährhafen gibt es Liegemöglichkeiten für 50 Sportboote (Tiefe 2,5m). Ein besonderer Leckerbissen ist das Skarø-Eis, es wird aus Birkensaft hergestellt und soll ganz besonders lecker sein. Der Besuch von Skarø steht in diesem Jahr (2011) auf dem Programm und mehr dazu gibt es später, sowie die Fotos von der Insel.


Hjortø
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Hier ist die Welt noch in Ordnung, jedenfalls die Natur. Man erreicht diese verträumte Insel mit der kleinen Fähre von Svendborg. Es gibt keine Autos auf der Insel. Die 14 Bewohner haben hier ein Paradies, kinderfreundliche Strände und eine reiche Pflanzen- und Tierwelt. Zelten ist am Dorf gestattet, es gibt allerdings keine Verpflegungsmöglichkeit. Im Fährhafen gibt es zwar Liegeplätze für Boote, allerdings können nur ganz kleine Boote diesen Hafen anlaufen, da die Tiefe bei 1m liegt.

>>>Meine Empfehlung<<<
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Ob für den Wochenendausflug, die Kurzreise oder für einen Urlaub kann ich Euch Svendborg sehr empfehlen. Geeignet ist sowohl die Stadt als auch die Umgebung von Svendborg, auch besonders für Familien mit Kindern. Es gibt viele Strände auf den kleinen Inseln, die hervorragend für das Planschen und Spielen geeignet sind. Die Naturliebhaber kommen genauso auf ihre Kosten wie die Sportler. Die Wassersportler werden sich ganz besonders wohl fühlen, weil Svendborg eine Seefahrerstadt ist und das spürt an überall. Svendborg wird von uns oft in die Urlaubsroute eingeplant, denn es ist immer wieder ein Vergnügen ein paar Tage hier zu verbringen. Wir bummeln gerne durch die verwimkelten Einkaufsstraßen und genießen in den netten Cafes einen Cappo oder speisen direkt am Hafen und beobachten hier das Geschehen.

Weitere Fotos von Svendborg auf der Site von SY CARINA und bei Stockmaritime.de

Skanör – heute ein Paradies

Skanør liegt im südwestlichen Teil von Schonen, auf der Halbinsel Falsterbonäs. Ein mittelalterlicher Dichter hat über Skanör geschrieben: „Skanör war das Paradies, Skanör war die Hölle.“ Ein anderer Poet schuf den Reim: „Als Christus geboren wurde, erwachte Skanör und Lund.“ Beweise, dass Skanör schon über 2000 Jahre besteht, gibt es nicht. Berühmt wurde Skanör durch den ertragreichen Heringsfang im 12. Jahrhundert. Die Hanse versorgte von hier aus die Europäer nicht nur zur Fastenzeit mit Hering. Es war nicht nur eins der vielen Fischfanggründe, sondern es war das Fanggebiet für den Hering. Die Netze waren immer gut gefüllt und die Boote kamen immer schwer beladen in den Hafen. Es wurde berichtet, dass die Heringe an manchen Tagen mit den Händen ins Boot geschaufelt wurden. So reichhaltig war das Fanggebiet. 30.000 Menschen lebten in Skanör vom Fischfang. Das ist eine stattliche Zahl für diese Zeit und die kleine Insel. Und die Umstände, unter denen die Menschen arbeiteten und lebten waren mehr als schlecht. Besonders die Hygiene ließ zu wünschen übrig.

 

Strandhäuschen am Strand bei Skanör

Wo so viele Menschen an einem Fleck lebten, konnte es schnell zu Problemen kommen. Daher auch der Ausspruch des Poeten vom Paradies und der Hölle. Von den beiden Burgen, Skanör und Falsterbo, sind nur noch Reste vorhanden, jedoch sind die Namen erhalten geblieben. Auf der Insel gibt es zwei Orte, Skanör und Falsterbo. Da es viele Brände gab, sind von den mittelalterlichen Bebauungen nur noch die Kirchen erhalten. Die ältesten Häuser in den alten Straßen stammen aus dem 17. – 18. Jahrhundert. Die Insel wird durch den Falsterbokanal vom Festland getrennt. Verbunden ist sie mit einer Klappbrücke und deshalb ist Falsterbonäs eine Halbinsel. Der Kanal wurde 1941 fertig gestellt. Er war allerdings schon im Mittelalter eine Fahrrinne, die von den Koggen genutzt wurde. Durch diese Fahrrinne umschifften sie die gefährlichen Sandbänke vor Falsterbo. Nach dem Ausbleiben der großen Heringsschwärme im 15. Jahrhundert versandete die Fahrrinne wieder und geriet in Vergessenheit. Aber immer wieder wurde der Kanal neu geplant, besonders wenn wieder ein Schiff auf eine der gefährlichen Sandbänke auflief. Als die deutsche Kriegsmarine dann den Øresund verminte, wurde der Kanal wieder hergestellt. Heute fahren sowohl Handelsschiffe als auch Sportboote durch diesen Kanal und benutzen ihn als Abkürzung auf dem Weg von Kopenhagen nach Bornholm. Am Nordende des Kanals gibt es einen Sportboothafen mit vielen Gastliegeplätzen. Das Segelclubhaus hat eine Bewirtung und wir konnten dort sehr gut und äußert preisgünstig essen. Sehr schön sitzt man dort auf der Terrasse und kann das Geschehen im Kanal beobachten. Die Klappbrücke öffnet jede Stunde und so ist immer etwas los.

Klappbrücke im Falsterbokanal

Der Sand und die damit einhergehende Versandung ist seit je her ein Problem für Falsterbo. Im 16. Jahrhundert verdeckte der Sand ein ganzes Dorf auf Falsterbo. Auch die Kirche verschwand im Sand und heute markiert ein Steinkreuz die Stelle, wo die Kirche gestanden hat. Heute verhindern die Anpflanzungen von Bäumen und Gräser die weitere Versandung.

Kirche in Falsterbo

Skanör ist heute Schlafstadt von Malmö und Urlaubs- und Ferienparadies. 40 km weißer Sandstrand, 2 Golfplätze, Reit- und Wanderwege locken jährliche viele Touristen an. Skanörs Hafen ist Ziel für viele Wassersportler. Die Sportboote benutzen Skanör als Sprungbrett auf dem Weg nach Osten Richtung Bornholm und an die Ostküste Schwedens oder nach Norden für einen Besuch der Westküste Schwedens. Der Hafen ist Treffpunkt für Urlauber, Segler und Einheimische.

Skanörs Fiskrögeri
Direkt am Hafen gibt es zwei Fischgeschäfte, eins mit eigener Räucherei. Die Räucherei „Skanörs Fiskrögeri“ hat einen sehr guten Ruf in Schonen und wir waren von den Fischspezialitäten, die wir in der Räucherei kauften, begeistert. Die Räucherei hat eine Gaststube und eine kleine Butik (Ladengeschäft), in der man alle diese Köstlichkeiten kaufen kann. Sei es verschieden eingelegte Heringe, geräucherter Lachs in unterschiedlichen Variationen oder die vielen anderen Räucherfische. Auch frische Fische sind im Angebot, wie Scholle, Thunfisch und Dorsch. Ein Genuss waren auch die
eingelegten Kartoffeln. Ich kann nur sagen, unbedingt testen.

Genau anders herum ist es im anderen Fischladen. Es ist eine große Fischbutik und zusätzlich hat man die Möglichkeit ein paar Gerichte auf der Terrasse als Imbiss zu verspeisen. Zum Beispiel den Imbiss „Landgang“. Ein Riesensandwich mit verschiedenem Belag. (Lachs, Krabben, Thunfisch, Lachspastete, Ei, Tomate, Gurke usw. ) Oder ein reichlich belegtes Brot mit Lachs und Ei. Alle Köstlichkeiten sind sehr zu empfehlen und wir konnten uns immer nur sehr schwer entscheiden.
Ein weiteres kulinarisches Highlight ist die „Gelateria und Caffetteria Da Aldos“ in Skanör. Ein Caffetteria der besonderen Art, viele außergewöhnliche Eissorten, große Auswahl bei den Kaffeespezialitäten und ebenso im Angebot, kleine Köstlichkeiten der italienischen Küche.

Auf dem Weg vom Hafen in den Ort Skanör kommt man an einer alten Bockmühle vorbei. In den Sommermonaten kann man die Mühle besichtigen. An manchen Tagen gibt es Musik und Tanz bei der Mühle.
Im kleinen Stadtpark von Skanör konnten wir am 23. Juni das Mitsommerfest mit Musik, Tanz und Schmücken des Mitsommerbaumes erleben. An dem Sonnabend, der am dichtesten am 24.6. liegt, feiert man in Schweden das Mitsommerfest.

Es ist ein Familienfest, der zweithöchste Feiertag nach Heiligabend, den die Schweden mit Familie oder Freunden feiern. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Kinder bei den Feierlichkeiten im Stadtpark mit einbezogen wurden. Die Kinder trugen die Girlanden und Kränze und durften auch beim Schmücken des Baumes mithelfen. Es war für uns ein unvergessliches Erlebnis.



In Skanør gibt es noch eine Zeremonie zu bewundern. Täglich werden die Gänse von der Wiese in den Stall (vielleicht auch in den Kochtopf von Skanörs Gastgifvargaard am Mellangatan, dicht bei der Kirche) von einer Gänseliese und einem Gänseburschen begleitet. Dieser Gänsemarsch findet am frühen Nachmittag (15.00 Uhr) statt.


Wunderschön ist der Fahrradweg von Skanör zum Leuchtturm nach Falsterbo, er führt parallel zur Küstenlinie durch ein Naturschutzgebiet. Dieses Gebiet ist in jedem Jahr das Ziel zahlreicher Zugvögel. Am Leuchtturm von Falsterbo gibt es ein Zugvogelmuseum und in der Vogelwarte von Falsterbo werden jedes Jahr zahlreiche Vögel beringt. Viele Ornithologen kennen dieses Gebiet.


Ein weiterer schöner Fahrradweg läuft vom Hafen Skanörs nach Höllviken. Auch diese Fahrradtour führt einen durch ein Naturschutzgebiet. Der Weg ist gut beschildert.
Für die Wassersportler gibt es die Möglichkeit beim Hafenmeister kostenlos Fahrräder zu leihen. Ein toller Service des Hafens Skanör.

Der Strand bei Skanör eignet sich sehr gut für ausgedehnte Spaziergänge. Er ist sehr beliebt bei Familien mit Kindern, weil er einen breiten Flachwasserbereich hat. Gleich beim Hafen ist an schönen Tagen der Strand immer gut besucht, geht man ein Stück weiter, findet man immer noch Strandabschnitte, die weniger besucht sind. Hier lässt es sich herrlich entspannen und man hat die Ostsee fast für sich alleine. Für Hundebesitzer gibt es einen Bereich und auch für die Anhänger des textilfreien Badens ist ein Strandabschnitt reserviert.

Strand mit Kiter

Auf Falsterbo gibt es zwei Campingplätze und zahlreiche Ferienhäuser. Hotel „Gässlingen“ (www.hotel-gasslingen.com) in Skanör hat 28 Betten. Es hat einen sehr guten Ruf, leider haben wir es nicht getestet, könnte uns aber sehr gut gefallen. Im örtlichen Prospekt liest man: „Wenn die Behauptung, dass gute Ideen in der richtigen Umgebung geboren werden, stimmt, dann hat Gässlingen alles dafür zu bieten.“ Ein weiteres kleines Hotel in Skanör mit 10 Betten ist das „Gåstfifvaregård“ (www.skanorsgastis.se). Über dieses Haus sagt man:

„Es gibt Orte, an denen das Leben etwas gemächlicher verläuft, wo die Zeit etwas länger ausreicht und wo das Essen etwas besser schmeckt.“

Das Touristbüro befindet sich in Höllviken, das ist der Ort direkt an der Klappbrücke vom Falsterbokanal. Das Büro liegt gleich am Hafen. (www.vellinge.se)

Omø – Die Insel im Smålandsfahrwasser

Omø

55° 10,3´ N
11° 09,7´ E

Vor Omö
Vor dem Hafen von Omö

Eine weitere kleine Perle in der Ostsee, ist die Insel Omø, sie liegt im Smålandsfahrwasser. Gleich in der Nachbarschaft von Agersø. Im Westen der Insel liegt der Große Belt, im Norden der Omøsund und an den anderen Seiten umspült das Smalandsgewässer die Insel. Das Festland (Seeland) ist nur wenige sm entfernt. Die Omøfähre pendelt täglich zwischen dem Festland (Stigsnaes) und der Insel. Der Yachthafen bietet genügend Platz für Gastlieger, bei einer Wassertiefe von 2-2,5m. Der alte Hafen ist recht eng, bietet aber im östlichen Teil einige Liegeplätze für Sportboote. Der westliche Teil ist für die Fischer reserviert. Im Sommer ist er allerdings trotzdem überfüllt. Aber der Hafenmeister ist freundlich und hilft allen Wassersportlern, damit sie einen Liegeplatz finden. Er ist sehr erfinderisch in Sachen Liegemöglichkeit.

180 Bewohner
2km breit und 4km lang.
12km Küste

Ursprünglich bestand Omø aus zwei Inseln, die durch einen Sund getrennt waren. Davon ist heute nur noch ein See vorhanden, der Omøsee. Die Insel ist im  Süden flach und  hier befindet sich auch der Hafen. Im Norden ist die Insel Hügelig und grün. Allerdings hält sich die Erhebung in Grenzen, schlappe 20m bietet der größte Hügel. Von hier hat man eine tolle Aussicht auf den großen Belt. Die Bewohner von Omø leben hauptsächlich von der Landwirtschaft und vom Fischen.
Der Ort beim Hafen hat den Namen Kirkehavn. Da sich auf der Insel lange Zeit keine Kirche  befand mussten die Inselbewohner mit dem Schiff zum Festland. Da dieses Kirchenboot hier abfuhr, nannte man den Ort Kirkehavn. Das schönere Dorf liegt ca 1km entfernt und heißt Omøby. Klein und fein, mit schönen alten Häusern rund um einen Teich.

Hier befindet sich auch der einzige Einkaufsladen auf Omø. Ein großes schwarzes Tor (Porten) dient seit Generationen als Inselzeitung. Bekanntmachungen, Angebote, Termine und vieles mehr, werden hier angepinnt. Die Kirche und das Spritzenhäuschen (Feuerwehr) sind um 1800 gebaut und sehr gut gepflegt. Es gibt auch eine Schule auf Omø, bis zur 6. Klasse gehen die Kinder hier zur Schule, danach besuchen sie weiterführende Schulen auf dem Festland. Vom Ort ca. 3 km entfernt steht ein Leuchtturm, (OmøFyr) er ist 32m hoch. Früher konnte man, wenn der Leuchtturmwärter vor Ort war, den Leuchtturm besichtigen und die herrliche Aussicht über den Großen Belt mit der riesigen Beltbrücke genießen. Bei guter Sicht, sieht man Langelang, Seeland und die Insel Agersø, Ob es heute noch geht, weiß ich nicht, ich konnte dort niemanden finden und fragen.
Bademöglichkeiten gibt es hier viele, 12km ist die Küste lang. Der Grund der Ostsee fällt flach ab und der Strand ist somit kinderfreundlich. Der Sandstrand neben dem Hafen und der Strand im Süden der Insel, sind die Schönsten und auch die Meistbesuchtesten der Insel.
Der Hafen ist bei den Wassersportlern sehr beliebt. Er kann bei Tag und Nacht ohne Probleme angelaufen werden. Längs ist er kein Geheimtipp mehr und deshalb in der Hauptsaison immer überfüllt. Bis zu 6.000 Boote in der Saison wurden schon gezählt. Da der Hafen auch Fährhafen ist, wird er von den Einheimischen oft besucht. Man trifft sich hier und schnackt mit den Ankommenden oder Abfahrenden. Der Fähranleger wurde 2005 neu gebaut. Der westliche Teil des Hafens ist für die Fischer reserviert. Auch hier ist immer was los. Die Fischer sind freundlich und verkaufen auch gerne den Fisch direkt vom Boot. So frisch bekommt man den Fisch nirgendwo sonst. Es sei denn, man fängt ihn selber.



Neben dem Hafen besteht die Möglichkeit zu campen, es ist ein kleiner Campingplatz, sehr familiär. Die Sanitärenanlagen (Toiletten, Duschen, Waschmaschine) nutzen die Wassersportler und Camper gemeinsam. Sie sind sehr sauber und ordentlich. Auch ein Raum zum Zeitvertreib a la Las Vegas, mit Kicker, Flipper und Billard wird geboten. Auf der Wiese am Hafen stehen 6 kleine Bollerwagen, man darf sie kostenlos ausleihen. Zum Beispiel für den Einkauf im nahen Omøby. Ein angenehmer Service der Insel.
Im Süden der Insel befinden sich einige Ferienhäuser.
Die Insel war früher bewaldet und die königliche Familie ging hier auf die Jagd. Der Wald ist verschwunden, aber Kleinwild wird immer noch gejagt, aber nicht mehr von der königlichen Familie, sondern von den Einheimischen deren Sommergästen.  Auch mit dem Fernglas kann man hier auf die Pirsch gehen, denn die Insel wird von vielen Zugvögeln angesteuert.
Die Insel Omø bietet echtes Inselflair und ist ein Besuch wert. Ob zum Faulenzen, baden, campen, radeln, wandern oder jagen, sie bietet wirklich für jeden Geschmack etwas. Stopp, nicht für jeden, denn wer gerne zum Shopping geht, Aktion sucht oder das Nachtleben genießen will, der ist hier fehl am Platze. Hier gibt es Landleben und Natur pur.

Fährverbindung zur Insel von Stigsnæs (Sjælland) aus. Fahrplan

Auf der Insel Omø gibt es die schönsten Sonnenuntergänge der Ostsee.

Sommerabend

Schwedens Blaues Band – der Götakanal

Götakanal - MS Diana


Der Götakanal ist über 175 Jahre alt und wird in der heutigen Zeit nur noch von Freizeitbooten genutzt. Im Jahre 1810 plante Baltzar von Plate einen Verbindungskanal vom Sjötorp am Vänern nach Mem am Slätbaken. Die fehlende Verbindung um von Göteborg durch den Trollhättan Kanal zur Ostküste Schwedens zu fahren. Dieser Wasserweg wird von den Schweden das Blaue Band genannt. Mit dem Trollhättan Kanal, den Seen (Roxen, Vänern und Vättern) und dem Lauf der Göta Älf ist die Wasserstraße 390 km lang, einmal quer durch Schweden. Mit dem Bau der Eisenbahn verlor der Kanal seine wirtschaftliche Bedeutung.

Am Götakanal

Nach 22 Jahren wurde der Götakanal 1832 feierlich eingeweiht. 58.000 Arbeiter waren mit dem Kanalbau beschäftigt. Der Götakanal ist eine der bekanntesten und bestbesuchten Touristen Attraktionen Schwedens und gilt als das schwedische Bauwerk des Jahrtausends.
Er hat eine Länge von 190 km, davon wurden 87 km neu gegraben, die restlich Strecke fährt man über kleinere Seen. 58 Schleusen überwinden einen Höhenunterschied von über 90m.

Ein Oldtimer in der Schleuse

Die Größe der Schiffe die den Götakanal befahren können ergibt sich aus den Maßen der Schleusen.

Schleusen:

  • Max. Bootslänge: 30m
  • Max. Bootsbreite: 7m
  • Max. Bootshöhe: 22m
  • Max. Bootstiefe: 2,80m

Daten:

  • Länge 190 km
  • 58 Schleusen
  • Baujahr 1810 – 1832

Max.Höhe über dem Wasserspiegel: 91,8 m (der Vikensee)


Die größte Schleusentreppe ist bei Berg mit 7 Schleusen hintereinander und einem Hub von insgesamt 18,8m. Borenshult mit 5 Schleusen vor dem Roxen See hat einen Hub von 15m.

Schleusentreppe Berg
Schleusentreppe Berg


Die schönen alten Passagierschiffe auf dem Götakanal heißen Diana, Juno und Wilhelm Tham, sie machen die „Göta Kanal Kreuzfahrten“. Das Schiff Juno wurde 1874 dem Dienst übergeben und ist damit eines der ältesten im Dienst stehenden Passagierschiffe der Welt.

MS Diana
MS Diana auf dem Götakanal

Wir sind die Ostküste hoch durch den Schärengarten gesegelt, dann quer durch Schweden (Götakanal und Trollhättankanal) und über Göteborg zurück zum Heimathafen Aabenraa in Dänemark. Für unser Schiff, eine Vindö 50 mit 10.65m Länge und 3,25m Breite, zahlten wir im Jahr 2007 eine Gebühr von 5000,– SKr. Das sind umgerechnet 550,– Euro und zwar für eine Passage. Liegegebühr in den Kanalhäfen ist für max. 3 Tage je Hafen kostenlos.

Gästehafen
Gästehafen

Unsere Passage beginnt in Mem, hier ist ein Kanalbüro und man meldet sich dort an und zahlt die Kanalgebühr. Bei umgekehrter Passage, beginnend in Sjötorp, zahlt man im Kanalbüro in Sjötorp. Kartenzahlung wird gerne gesehen. Eine sehr ausführliche Beschreibung des Kanals mit vielen Tipps und Anleitungen wird mit der Quittung ausgehändigt. Dann folgt man den Anweisungen der Schleusenwärter, in unserem Falle war es eine nette Schleusenwärterin. Es sind meistens Studenten, die in den Semesterferien als Schleusenpersonal arbeiten. Der Kanal ist vom 2. Mai bis 28. Sept. geöffnet, Vorsaison vom 2.5. – 8.6. und Nachsaison vom 19.8. bis 28. 9. Die täglichen Öffnungszeiten des Kanals während der Hauptsaison: von 9.00 bis 18.00 Uhr. Das Schleusenpersonal macht pünktlich Feierabend, das heißt, der Schleusengang muss um 18.00 Uhr abgeschlossen sein. In der Vor- und Nachsaison wird nur im Rudel geschleust, also im Konvoi mit mehreren Booten in fünf Tagen von Mem bis Sjötorp oder in Express in 3 Tagen.  Das ist aber kein Urlaub  sondern Stress. Für die Kanalfahrt sollte man genügend Zeit einplanen, damit man die Natur und die einzelnen Städtchen, wie z. B. Söderköping und Motola genießen und besichtigen kann.

unterwegs auf dem Götakanal

In der Schleuse
Schleusen