Agersø, ein Sonnenstreifen im Meer

agersoe

Agersø ist eine kleine dänische Insel zwischen Fünen und Seeland, in der so genannten dänischen Südsee. Angenehm dicht am Festland und doch abgesondert. Bequem und schnell mit der Fähre ab Stigsnäs (auf Seeland) zu erreichen. Die Insel hat einen Hafen für die Fähre, für Fischerboote und einen lebhaften Hafen für Wassersportler. Eine fantastische Natur, die sowohl Feld, Wald, Wiese und Strand zu bieten hat. Sie ist 6,77 qkm groß, 7 km an der längste und 1,5 km die breitesten Stelle. Es leben 250 Personen auf der Insel, die sich jedes Jahr über Gäste freuen, denn die Gäste haben eine wirtschaftliche Bedeutung. Aber die freundlichen Inselbewohner mögen auch die vergnügte Stimmung der Urlauber. Und für die Insel Agersø gilt, wenn Du einmal hier gewesen bist, kommst Du ganz bestimmt wieder zurück. Wir kommen oft hier hin und es ist immer wieder schön auf dieser Sonneninsel.

Ein wenig zur Geschichte
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Schon in der Steinzeit war Agersø bewohnt. Man fand überall Spuren, wie angefertigte Pfeilspitzen aus Feuerstein. Aus der Bronzezeit fand man Schwerter und einen Thorshammer. Bis 1666 war die Insel in Besitz der Krone und in dieser Zeit war Friederich II ein häufiger Jagdgast. Später wurde sie Privatbesitz. Während des Krieges von 1807 – 1814, wo die Engländer die dänischen Gewässer blockierten, spielte die Insel eine große Rolle.

 

Der Hafen
ist Treffpunkt für Jung und Alt, für Einwohner und Gäste. Hier ist immer was los und man erfährt die Neuigkeiten und man schaut sich die neuen Gäste an. In den Sommermonaten macht die Fähre stündliche Fahrten von 6-23 Uhr. Früher, als die Fähre noch ein Segelschiff war, kam das Boot nur ein paar Mal im Monat. Und wenn kein Wind wehte, musste gerudert werden. Es war immer ein Fest, wenn das Boot festmachte und die Waren und die Post ausgeladen wurde.

 

Das Dorf

besteht aus vielen engen und gebogenen Wegen mit Hecken und Steindeichen. Die Steindeiche sind unterschiedlich in Höhe und Gestaltung. Es ist eine alte Tradition auf Agersø die Grenzen mit Steindeichen zu kennzeichnen. Das Dorf entstand um einen Dorfteich. Früher nur Bauernhöfe, heute auch Einzelhäuser. Das Verbindungsglied vom Dorf zum Hafen bildet eine schöne und unter Schutz gestellte Allee aus Ulmen und Linden. Sie entstand im Jahre 1752. Der älteste Hof des Dorfes ist der „Gammelgarden“ von etwa 1870, er ist sowohl von innen und außen fast unverändert.

 

 

 

Die Kirche
wurde 1872 aus roten Steinen gebaut. Vor dieser Zeit hatte die Insel eine kleine Kapelle aus Holz. Der kleine Turm geht nach Westen und gleichzeitig der Vorraum der Kirche. Die Kirche hat einen Stufengiebel und der Ostgiebel des Langhauses wird von 4 schmalen Blenden (Rundbogen) geschmückt, die bis zum Sockel reichen. Die Kirche ist immer offen und auf der ganzen Insel hört man das Glockenläuten täglich bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Kirche_Pfarrhaus
Kirche und Pfarrhaus

Die Mühle
ist von 1892 und sie steht auf einer Anhöhe gleich beim Hafen. Der Bäckermeister hat sie 1986 schuldenfrei dem Verein „Dänische Mühlenfreunde“ geschenkt. Mit nur einer Bedingung: Er wollte eine Bank neben der Mühle haben, die er für den Rest seines Lebens nutzen konnte. In der Mühle befindet sich ein Museum, in der Saison kann die Mühle und das Museum in den Nachmittagsstunden besichtigt werden. Die Mühle ist restauriert und hat nun auch wieder Flügel. Bei festlichen Anlässen wie z.B. dem Dänischen Mühlentag am 3. Sonntag im Juni und beim Hafenfest im Juli werden die Segel gespannt und die Mühle arbeitet wie damals.

Muehle

 

 

Der Dorfteich
diente in alter Zeit als Waschplatz für die Wagen der Bauern und als Tränke für das Vieh. Nachdem der Mist auf die Felder gebracht wurde, fuhr man die Wagen in den Teich und sie wurden von den Kindern und Knechten gereinigt. Ebenso benutzte man den Dorfteich als Feuerlöschteich. Heute fischen die Kinder in dem Teich oder lassen kleine Boote schwimmen. Enten und Frösche findet man reichlich am Teich.
frosch

 

 

Der Leuchtturm
liegt am Ostufer am Omøstrand. Es heißt Helleholm Fyr. Gebaut im Jahre 1846 um die Schiffe sicher durch den Omøsund zu leiten. Der Turm ist viereckig, weiß mit einem schwarzen Sockel. Fenster und die Tür haben einen Rundbogen und das Gesims ist gezackt. Der Stahlhut ist rot mit reichlichen Ausschmückungen. Das Licht ist 12 Meter über dem Meer und hat eine 250 W Birne, deren Licht von einem Parabolspiegel verstärkt wird. 11 Seemeilen (20 km) weit schickt der Leuchtturm sein Feuer auf die offene See. Leider habe ich kein Foto vom Leuchtturm, es wird nachgereicht….

 

Feste Feste
auf der Insel gibt es einige. Ob die uralte Tradition des Laufs der Heiligen Drei Könige, das Handballtreffen oder die Segelregatta. Bei der Segelregatta am letzten Samstag im Juli kommen alle „Kinder“ der Insel nach Hause, um an diesem Fest teilzunehmen. Für diese Regatta gilt die Regel, ob Badewanne, Segelboot oder Rennboot ist gleich, alle nehmen teil. Es kommt nämlich nicht darauf an, wer der Schnellste ist, sondern wer die ausgewählte Strecke zweimal in der gleichen Zeit zurücklegt. Abends versammelt man sich in einem großen Zelt und es gibt ein gemeinsames Essen und man tanzt bis in den hellen Morgen

 

Die Insel
bietet für viele Möglichkeiten. Ob Naturliebhaber, Fahrradfahrer, Kinder, Segler, Camper, Wanderer oder Stress geplagte Stadtbewohner. Hier ist es hygelig (gemütlich) wie die Dänen sagen, hier gehen die Uhren anders. Hier kommt man zur Ruhe und die Kinder finden ein Paradies auf Erden. Für Partymenschen ist diese Insel völlig ungeeignet und nicht empfehlenswert. Allen Anderen kann ich nur empfehlen, seht sie Euch an und entscheidet selbst. Diese Insel ist ein Sonnenstreifen im Meer, kommt man an, so geht im Herzen die Sonne auf.

So, ich denke ich habe Euch neugierig gemacht und falls Ihr reif für die Insel seid, nix wie hin nach Agersø.

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Fotografen auf Arte

Palmeleider nicht mehr verfügbar!

Wie entsteht ein Bildband über eine Insel? Im TV bei arte kann man den Fotografen über die Schultern schauen und sie auf ihrer abenteuerlichen Tour begleiten. Sie machen den Job ihres Lebens, mit dabei sind:

Bei arte (TV) läuft zur Zeit eine Sendereihe über 5 verschiedene Fotografen. Die Sendereihe heißt:

über den Inseln Afrikas

*Video auf Arte nur 7 Tage kostenlos zur Verfügung

Fünf verschiedene Fotografen stellen mit ihren Bildern diese interessanten Inseln vor. Sie fangen Fotos ein für einen Bildband. Es sind alles Profi-Fotografen, die jeweils mit einem Team unterwegs sind. Per Boot, per Flieger, zu Fuß oder mit dem Motorparagleiter werden die Motive gesucht. Aber es sind nicht die Bilder alleine, die mich begeistern, sondern die Geschichten hinter den Bildern.
Es sind Geschichten von Königen, Geistern, Fischern und Kindern. Die Inseln zeigen ihr wahres Gesicht,  ihre Seele, geheimnisvoll und schön. Nicht das bekannte Aussehen der Ferienprospekte, sondern die Menschen und ihr Leben auf der Insel rücken in den Vordergrund.

Eine wirklich sehenswerte Sendereihe und nicht nur für Fotografen interessant.

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Große Beltbrücke – Storebæltsbroen

Große Beltbrücke – Storebæltsbroen


Quelle: „own work“, used:http://www.openstreetmap.org, Urheber: Lencer

Der Große Belt (dänisch: Storebælt) ist das Seegebiet zwischen den dänischen Inseln Fünen  im Westen und Seeland  im Osten.


Die Große Beltbrücke  ist 18km lang und wurde im Sommer 1998  für den Verkehr freigegeben, sie ist das ganze Jahr über geöffnet. Die paraelle verlaufende Eisenbahnstrecke wurde schon ein Jahr früher in Betrieb genommen und verläuft neben der Ostbrücke im Tunnel, er liegt unter der Hauptfahrrinne des Großen Belts.

Der Brückenzug der Großen Beltbrücke besteht aus einer Hängebrücke, mit der dazwischen liegenden Insel Sprogö und dem westlichen Teil als Spannbeton-Hohlkastenbrücke.  Die Hängebrücke mit einer Gesamtlänge von 2694m und einer Spannweite von 1624m ist  die längste Hängebrücke Europas und steht an der dritten Stelle der Welt.

Die Pylonen aus Stahlbeton sind 254m hoch und der östliche Brückenabschnitt ist insgesamt 6.790m lang.

Unter den Brücken gibt es zwei betonne Durchfahrten, die Westrinne mit 18m Durchfahrtshöhe für die kleinen bis mittleren Schiffe und die Ostrinne mit 65m für die Großschifffahrt.

weitere Brücken werden hier vorgestellt:

Hanö

Eine Insel in der Hanö-Bucht

mit Drachenspuren und Klappersteinn

Drachenspuren und Klappersteine, aber keine Autos und keine Mücken
Beim Segeltörn zur Ostküste Schwedens haben wir der Insel Hanö einen Besuch abgestattet. Wie heißt es so schön in den Prospekten der Insel: Keine Autos und keine Mücken auf Hanö, hier hört man nur das Meer und die Bäume rauschen.



Größe: 2,5 ha

Hanö liegt in einer Bucht an der Ostküste Schwedens, in den Schären von Blekinge. Die Hanöbucht reicht vom Leuchtturm Sandhammaren bis Torhamn im Nordwesten. Die Bucht war lange Sperrgebiet für ausländische Wassersportler, weil die schwedische Marine die Bucht militärisch nutzte. Erst 2001 wurde sie auch für Wassersportler aus anderen Ländern frei gegeben. Mit der Fähre kommt man vom Fischereihafen Nogersund zur Insel, die MS Vitaskär braucht für die 5 km Überfahrt 25 Minuten.
Abfahrt von Nogersund

Hafen auf Hanö

Hafen
Diese kleine Insel in der Hanöbucht ist ein Muss für jeden Segler, der Hafen ist sehr beliebt und daher in den Sommermonaten meistens überfüllt (zwischen 50 – 75 Schiffe sind keine Seltenheit). Früher war er ein kleiner Fischereihafen, jetzt wir er zu 90 % von den Wassersportlern genutzt. Wir haben Glück und finden einen Platz längsseits an der Kaimauer. 2 Segler legen noch bei CARINA an, alle anderen Päckchen bestehen nur aus 2 Schiffen. Im hinteren Bereich liegt man mit Heckanker. Entweder ist die Hauptsaison schon vorbei oder wir haben nur Glück. Das kleine Dorf bietet nicht viel, keine Geschäfte oder Cafes. Direkt am Hafen gibt es das Lebensmittelgeschäft Hanö Skafferi, aber es ist eigentlich eher ein Kiosk. Dann noch das Restaurant Hanö, sonst nur Natur.


Museum
Das Museum Bödeboden-Hanö befindet sich am Hafen, es ist sehr klein und zeigt eine Ausstellung über die Geschichte der Insel. Man findet Informationen über die Natur und die Kultur der Insel. Der Besuch ist kostenlos, aber über eine Spende freut man sich sehr. Die Künstler von der Insel stellen ihre Werke in ihrem Wohnhaus aber auch im Museum aus.  


Natur
Die Natur auf Hanö ist sehr ursprünglich und deshalb besonders schön. Hier hat Fauna und Flora nur eine Chance, wenn sie stark und robust ist.  Die Eiszeit hat ihre Spuren hinterlassen, die Insel wurde vom Eis abgeschliffen. Sie besteht aus sehr hartem Granit mit wenig Erde. Etwa die Hälfte der Insel ist bewaltet, überwiegend mit Hainbuchen. Der Rest der Insel ist mit Wiesenflächen und Sträuchern bedeckt. Ab dem Jahr 1956 gibt es Damhirsche auf Hanö, damals waren es 5 Stück, heute schätzt man zwischen 150 und 200 Stück. Die Hirsche fressen im Sommer von den Wiesenflächen, dadurch bleiben die Flächen offen und wuchern nicht zu. Im Winter werden die Hirsche gefüttert.

Leuchtturm
Der Höchste Punkt ist 60m hoch, dort steht der Leuchtturm, der mal der lichtstärkste der gesamten Ostsee war (Reichweite 23.5 sm). Er ist 16 m hoch und wurde 1904 gebaut. Er löste das Anlegefeuer auf dem Dach des Wohnhauses vom Leuchtturmwärter ab. Drei Lichtblitze alle 15 Sekunden werden über das Meer gesendet.  Der Leuchtturm wurde 1980 automatisiert und die Dienste des Leuchtturmwärters wurden nicht mehr benötigt. Direkt neben dem Leuchtturm steht das Haus, in dem früher der Leuchtturmwärter wohnte. Dieses Haus gehört der Gemeinde Hänö und kann für Aufenthalte auf der Insel genutzt werden.

Friedhof
Gleich in der Nähe des Leuchtturms findet man einen englischen Friedhof, hier steht ein großes Holzkreuz. Die Inschrift auf dem Holzkreuz stammt von einem englischen Fahrzeug und lautet „H.M.S. Plymouth 21 Juni 1973“. Das große Holzkreuz wurde erst 1973 im Zusammenhang mit dem Besuch einer englischen Fregatte auf der Insel errichtet. Während der Zeit des Napoleonkrieges 1810 – 1812  war Hanö Basis für die Manöver der englischen Kriegsflotte in der Ostsee. Die Flotte sollte den Handelsschiffen auf dem Weg zwischen Österjöhamnar und England Schutz bieten. Auf dem kleinen Friedhof sollen 15 Soldaten beerdigt sein. Noch heute läuft die Royal Navy die Insel an, um die toten Soldaten zu ehren. Dann wird oben auf dem Friedhof ein Gottesdienst abgehalten. Etwas entfernt vom englischen Friedhof gibt es noch eine kleine Grabstätte, hier liegt Karna Mattsdotter und zwei von ihren Kindern begraben. Sie wurden Opfer der Cholera im Jahre 1834.

 


Drachenspuren und Klappersteine
Ein Wanderweg führt durch eine offene Graslandschaft, die durch große glatt geschliffene Felsen unterbrochen wird. Auf diesen Felsen gibt es Drachenspuren. Hier die Legende: Der Drachen ist jede Nacht von Ternö und Hanö geflogen, mit nur zwei Flügenschlägen hat er die 20 km zurückgelegt. Als dann der Leuchttturm zum ersten Mal sein Lichtstrahl ausgesendet hat, erblindet der Drachen und stürzte ab. Wir hörten von dieser Legende und machten uns auf die Suche. Man muss schon sehr genau hinschauen, sonst findet man die Spuren nicht. Der Spazierweg ist ausgeschildert und führt vom Leuchtturm über den Friedhof zur Nordspitze „Bönsäcken“. Diese Nordspitze von Hanö (Bönsäcken) verändert sich ständig durch Strom und Wellen. Sie reicht 130 m ins Meer und besteht aus Millionen so genannter Klappersteinen. Die unterschiedlichen Steine (Granit, Diabas, Quarz, Gneis) sind durch die Gletscher und die Wellen in runde glatte Formen geschliffen und im Wasser schimmern sie in vielen Farben. 1976 verschwand die Nordspitze durch einen gewaltigen Sturm, später tauchte sie wieder auf und die Freude der Inselbewohner und deren Besucher war groß. Seitdem ist Bönsäcken eine Sehenswürdigkeit. Wie die Landzunge zu ihrem Namen kam ist ungewiss, eine Erklärung ist, dass man den Namen von den bohnenähnlichen Steinen ableitete. Aber es gibt auch noch eine Legende hierzu. Eine starke Frau soll auf Hanö gelebt haben und als sie sich einsam fühlte und auf das Festland wollte, sammelte sie viele Steine auf der Insel. Sie sammelte die Steine in ihre Schürze und als sie dann stolperte, fielen alle Steine aus der Schürze und polterten  ans Ufer und so entstand Bönsäcken.

Klappersteine auf Hanö

Ferienhäuser, Gemeindehaus und eine Jugendherberge bieten Möglichkeiten zum Übernachten oder als Urlaubsunterkunft.


Fåborg – eine Stadt in der Dänischen Südsee

55° 02,14 ´ N
09° 25,33 ´ E

Fåborg liegt auf Fünen und in der so genannten dänischen Südsee. Es ist eine der dänischen Lieblingsstädte unserer Familie. Denn nicht nur der Hafen bietet viel, sondern auch der alte Stadtkern ist sehenswert.

Fåborg


Allgemeines
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Nur einige Städte in Dänemark haben so eine schöne Lage wie Fåborg. Die kopfsteingepflasterten Gassen zwischen den alten Häusern mit dem massiven Glockenturm und dem mittelalterlichen Stadttor, hinter dem die alten Kaufmannshöfe liegen, sucht in Dänemark seinesgleichen. Hinzu kommt noch der neu gestaltete Hafen, der oft von Fahrtenseglern und Traditionssegler angelaufen wird.

Hafeneinfahrt


Geschichte
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Erwähnt wird Fåborg zum ersten Mal in einer Urkunde von 1229, als Valdemar Sejr die Stadt seiner Schwiegertochter Eleonore von Portugal schenkte. In den Jahren 1672, 1715 und 1728 zerstörten große Stadtbrände viele Höfe und Häuser. In der Mitte des 18. Jahrhundert blühte die Stadt kurz auf, zu dieser Zeit hatte die Stadt Fåborg die größte Zahl von Schiffen unter den Städten Fünens. 1880 belief sich die Einwohnerzahl auf 3476 und der Getreidehandel erreichte seinen Höhepunkt, ebenso der Branntweinhandel. Auch gab es zwei Eisengießereien und der Betrieb am Hafen nahm zu. Große Hoffnung setzt man in den Bau der Eisenbahn, aber damals bekam Fåborg leider keinen Eisenbahnanschluss. Später war es dann zu spät, da hatten Odense und Svendborg schon einen großen Vorsprung in Handel und Industrie. Heute spielt der Tourismus neben dem Einzelhandel eine große Rolle, denn Fåborg versorgt das recht große Hinterland.

Der alte Stadtkern
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Ganz besonders möchte ich auf den alten Stadtkern hinweisen, eine Wanderung durch das alte Fåborg ist nicht nur informativ sondern auch sehr abwechslungsreich. Alte Kaufmannshöfe, hübsche Stadthäuser, Cafés und Geschäfte bilden einen charmanten Stadtkern. Mit meinen Segelfreunden habe ich eine Stadtführung veranstaltet. Ich habe mir ein kleines Buch über das alte Fåborg gekauft und bin mit ihnen durch die Stadt spaziert. Mir hat es Spaß gemacht und die Freunde waren von der Stadt begeistert. Heute werde ich versuchen die Highlights der Stadtführung hier vorzustellen.

Teil der Holkegade
Stadtführung durch das alte Fåborg
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Die Wanderung beginnt in der Holkegade. Hier reihen sich die Schönheiten aneinander und es gibt nicht viele Straßen in Dänemark, die sich mit ihr messen können. In der Holkegade Nr. 2 gibt es zwei malerische Häuser, die aber eine Einheit bilden. Die Schmiedehäuser hatten jeweils eigene Bauherren, 1730 entstanden sie nach dem Brand, bei dem das ganze Viertel dem Feuer zum Opfer fiel.
Schmiedehäuser,
Schmiedehäuser

Holkegade Nr. 3 ist ein Erkerhaus das Anfang 18. Jahrhundert von einem reichen Kaufmann und Reeder gebaut wurde. Es gehören ein Vorderhaus, Seitengebäude und ein Lagerhaus dazu. Es fiel ebenfalls kurze Zeit später den Flammen zum Opfer. Die Witwe des Kaufmanns, denn er starb nach dem Brand, baute den Hof wieder auf. Dieser Hof ist jetzt 250 Jahre alt und zählt zu den schönsten Fachwerkhäusern Fåborgs. Teilweise wurden die Wände verputzt, doch sonst wurde alles unverändert gelassen.
Das Nachbarhaus Holkegade 1, wird „Den gamle Gård“ (Der alte Hof) genannt und ist ebenfalls ein Kaufmannshof. Der Besitzer hatte mehrere Schiffe und betrieb einen bedeutenden Handel mit Getreide. Die Schiffe transportierten Getreide von Norddeutschland nach Norwegen. Das Haus ist gebaut, wie es im 18. Jahrhundert in Fåborg Sitte war, mit einem hohen Sockel und einer Fachwerkfassade mit vorspringendem Erkervorbau. Heute befindet sich in diesem Hof das Heimatmuseum.

Den Gamle Gård – Heinmatmuseum

Den Abschluss der Holkegade bildet die Apotheke. Fåborg hatte 1737 erstmals eine Apotheke,  sie wurde 1880 erbaut und ist ein sehr prächtiges Bauwerk. Die Holkegade ist insgesamt eine hyggelige Straße.

Apotheke

Vorbei am alten Rasmussens Hotel gehen wir weiter zum Markt. Mitten auf dem Markt findet man einen sehr umstrittenen Brunnen. Es ist ein Werk des Bildhauers Kai Nielsen und ein Geschenk des Fabrikanten Mads Rasmussen. Viele Bewohner konnten sich nicht mit dem Brunnen anfreunden. Es zeigt den Helden Ymer, während er von der Kuh Milch trinkt und zwar in einer eigenartigen Stellung. Mittlerweile haben sich alle damit abgefunden und freuen sich über die großartige Spende des Mads Rasmussen.

Brunnen
Brunnen Marktplatz
Wir wenden uns nun dem bekanntesten Bauwerk Fåborgs zu, dem Glockenturm. Er ist ein Rest des Kirchengebäudes und wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Ursprünglich hatte er vier Giebel, 1778 erhielt er den heutigen achteckigen Abschluss mit spitzer Haube und Laterne. Während der Turm umgebaut wurde, ist die Kirche abgerissen worden. Es führen 101 Stufen hinauf zum Turm. Man kann ihn besichtigen und von dort oben die Aussicht genießen.
Der Glockenturm

Die Ostergade ist heute eine Fußgängerzone und war in alter Zeit die Hauptstraße der Stadt. Hier gibt es einige sehenswerte Häuser. Eins davon werde ich hier erwähnen. Die Nr. 1 ist Poul Kinafarers Hof, der Besitzer hieß mit bürgerlichem Namen Poul Jakobsen.

Poul Kinafarers Hof
Poul Kinafarers Hof

Er verließ mit 18 Jahren die Stadt und fuhr zur See. Dreimal war er in China und diese Fahrten gaben ihm den Beinamen „Kinafarer“. Die Fahrten bescherten ihm Reichtum, in dem er chinesische Waren kaufte und sie auf eigene Rechnung verkaufte. Nach einer reichen Heirat kaufte er den Hof in der Ostergade. In dem 18 Fach, zwei Geschoß großem Fachwerkvorderhaus wohnte er und in dem Hinterhaus richtete er die Lager ein. Heute ist nur noch das Hinterhaus (2 Geschosse, 15 Fach) erhalten. Das aber einen Eindruck über den Wohlstand vermittelt.

Hof an der Fußgängerzone
Am Ende der Ostergade sieht man auf den Konservenhof der Familie Mads Rasmussen, genannt „Mads Tomat“. 1899 gehörte ihm der Konservenhof und er wurde Direktor der neu gegründeten „Dänischen Wein- und Konservengesellschaft“. Fruchtsäfte, Konserven und ganz besonders Tomatensäfte fanden sein Interesse, daher auch der Name „Mads Tomat“. Er machte sich aber nicht nur um die Wirtschaft verdient, er war auch Mittelpunkt der Kunstszene und so kamen Ende des 19. Jahrhunderts viele Künstler in der Stadt. Dazu aber später mehr, denn Fåborg hat auch ein Kunstmuseum. Durch ein Tor kommt man in den Innenhof, hier steht ein mächtiger Walnussbaum. Die Seitengebäude sind unscheinbar, aber das Hinterhaus aus Fachwerk ist sehenswert. 1760 wurde es eingeschossig erbaut und hundert Jahre später wurde ein zweites Geschoß zugefügt. Die Remise wurde geöffnet, damit man auf das hintere Grundstück gelangen konnte, wo früher die Fabrik stand.
Fußgängerzone und Kunstmuseum

Nachbar des Konservenhofes ist das Kunstmuseum. 1912 – 15 wurde das Museum gebaut. Da das Grundstück sehr schmal und lang ist, war der Architekt Prof. C. Petersen sehr gefordert. Er hat die Aufgabe super gelöst. Das Museum hat einen vorgezogenen tempelähnlichen Eingang mit eigenem Dach. Die Vorhalle ist in grün gehalten und der erste kleine Saal wird von einer Statur des Bildhauers Kai Nielsen beherrscht. Sie zeigt den Kunstmäzens Mads Rasmussen und ist sehr beeindruckend. Mads Rasmussen stellte jedes Jahr einen Betrag für den Ankauf fünischer Kunst zur Verfügung und so kann man heute die Früchte seines Werks im Museum bewundern. Das Museum ist jetzt eine selbständige Stiftung und zeigt die größte Gemäldesammlung fünischer Maler.

Eingang Kunstmuseum

Ein Besuch der Heiliggeistkirche liegt als nächstes an. Sie ist eine alte Klosterkirche, die nach dem Abriss der alten Nikolaikirche als Pfarrkirche diente. Begonnen wurde mit dem Bau bei Klostergründung im Jahr 1480. Zuerst entstanden der Chor und das Kloster, das 1530 schon wieder abgerissen wurde. Das Kirchenschiff wurde später angebaut. Fertigstellung der Kirche war erst im 16. Jahrhundert. Sie sieht sehr prächtig aus und doch etwas ungewöhnlich, weil das Mittelschiff der Kirche niedriger gebaut wurde, als ursprünglich geplant. Dadurch gehen die Dachflächen der Seitenschiffe fast in das Dach des Mittelschiffes über. Das Inventar der Kirche stammt aus dem Jahre 1858, als die Kirche restauriert wurde. Sie ist innen wie außen sehenswert.

Vor dem Vesterport (Westtor), das aus dem Mittelalter stammt, wie auch die Kirche und der Glockenturm, liegt der Plougs Hof. Ein prächtiger Hof mit Tor um 1775 erbaut. Das Fachwerkhaus wurde 1880 mit einer massiven Fassade versehen und zweigeschossig umgebaut. Das Tor, Vesterport, war Teil der mittelalterlichen Befestigung und hatte bis zum Umbau 1939 drei Gewölbe. Hier wurde Zoll für die Waren bezahlt, die man in die Stadt einführte. Oft wurde über einen Abriss des Tores nachgedacht, doch zum Glück bliebt es immer nur beim dem Gedanken. Heute ist es saniert und keiner denkt mehr an Abriss.

Vesterport

Einen Hof in der Vestergade möchte ich noch erwähnen: „Den Voigtske Gård“  Hier lebte Riborg Voigt, die erste große Liebe H.C.Anders. Er besuchte seinen Schulfreund Christian und verliebte sich in seine Schwester Riborg. Für sie schrieb er das Gedicht: „To brune Øjne“ –  „Zwei braune Augen“ Die Liebe hatte keine Zukunft, denn Riborg war schon verlobt. Der Bauernhof wurde zuletzt in 1837-1838 erweitert, heute ist er noch im ursprünglichen Zustand.

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„Den Voigtske Gård“

Hiermit ist der virtuelle Rundgang durch den alten Stadtkern beendet. Wer jetzt Lust auf mehr hat, der sollte unbedingt einen Besuch dieser schönen Stadt planen.
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Hafen und Meer
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Aber auch wer keine Lust auf alte Gemäuer hat, der wird Fåborg lieben, denn es hat auch noch eine maritime Seite, den Hafen.
Hafeneinfahrt Stadthafen

Hier ist immer was los, Yachten, Fischer, kleine Fähren und große Oldtimer sorgen für Programm. Entweder sitzt man in der Räucherei und genießt den Fisch oder vor dem Hotel bei einem Kaffee oder Bier und beobachtet das Leben im Hafen. Der Hafen wurde erst kürzlich neu gestaltet und lädt zum Bummeln ein.

Stadthafen
Mit der Fähre kann man den kleinen Inseln vor Fåborg einen Besuch abstatten. Sie sind sehr idyllisch und man hat Natur pur. Das gilt für alle drei Insel: Lyø (150 Bewohner), Avernakø (120) und die kleinste Bjørnø (40). Die Inselfähre zum kleinen Insel Bjørnø heißt „Lille Bjørn“, mehr Informationen findet man hier. Für Lyø und Avernakø gibt es eine gemeinsame Fähre, sie fährt Fåborg – Lyø – Avernakø – Fåborg. Informationen gibt es hier . Eine weitere Fähre fährt von Fåborg nach Søby auf Ærø, auch diese Fährlinie hat eine Homepage: Link.
Kunst am Hafen

Abschluss
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Fåborg ist ein Besuch wert und bietet für jeden etwas. Ob Familienausflug, Wochenendbesuch, Stadtbesichtigung oder Angelausflug, hier gibt es viel zu sehen, zu genießen (ganz besonders frischen Fisch) und zu erleben. Diese idyllische Stadt, die das alte Milieu einer Kaufmannsstadt bewahrt hat, kann ich allen empfehlen.