Hanö

Eine Insel in der Hanö-Bucht

mit Drachenspuren und Klappersteinn

Drachenspuren und Klappersteine, aber keine Autos und keine Mücken
Beim Segeltörn zur Ostküste Schwedens haben wir der Insel Hanö einen Besuch abgestattet. Wie heißt es so schön in den Prospekten der Insel: Keine Autos und keine Mücken auf Hanö, hier hört man nur das Meer und die Bäume rauschen.



Größe: 2,5 ha

Hanö liegt in einer Bucht an der Ostküste Schwedens, in den Schären von Blekinge. Die Hanöbucht reicht vom Leuchtturm Sandhammaren bis Torhamn im Nordwesten. Die Bucht war lange Sperrgebiet für ausländische Wassersportler, weil die schwedische Marine die Bucht militärisch nutzte. Erst 2001 wurde sie auch für Wassersportler aus anderen Ländern frei gegeben. Mit der Fähre kommt man vom Fischereihafen Nogersund zur Insel, die MS Vitaskär braucht für die 5 km Überfahrt 25 Minuten.
Abfahrt von Nogersund

Hafen auf Hanö

Hafen
Diese kleine Insel in der Hanöbucht ist ein Muss für jeden Segler, der Hafen ist sehr beliebt und daher in den Sommermonaten meistens überfüllt (zwischen 50 – 75 Schiffe sind keine Seltenheit). Früher war er ein kleiner Fischereihafen, jetzt wir er zu 90 % von den Wassersportlern genutzt. Wir haben Glück und finden einen Platz längsseits an der Kaimauer. 2 Segler legen noch bei CARINA an, alle anderen Päckchen bestehen nur aus 2 Schiffen. Im hinteren Bereich liegt man mit Heckanker. Entweder ist die Hauptsaison schon vorbei oder wir haben nur Glück. Das kleine Dorf bietet nicht viel, keine Geschäfte oder Cafes. Direkt am Hafen gibt es das Lebensmittelgeschäft Hanö Skafferi, aber es ist eigentlich eher ein Kiosk. Dann noch das Restaurant Hanö, sonst nur Natur.


Museum
Das Museum Bödeboden-Hanö befindet sich am Hafen, es ist sehr klein und zeigt eine Ausstellung über die Geschichte der Insel. Man findet Informationen über die Natur und die Kultur der Insel. Der Besuch ist kostenlos, aber über eine Spende freut man sich sehr. Die Künstler von der Insel stellen ihre Werke in ihrem Wohnhaus aber auch im Museum aus.  


Natur
Die Natur auf Hanö ist sehr ursprünglich und deshalb besonders schön. Hier hat Fauna und Flora nur eine Chance, wenn sie stark und robust ist.  Die Eiszeit hat ihre Spuren hinterlassen, die Insel wurde vom Eis abgeschliffen. Sie besteht aus sehr hartem Granit mit wenig Erde. Etwa die Hälfte der Insel ist bewaltet, überwiegend mit Hainbuchen. Der Rest der Insel ist mit Wiesenflächen und Sträuchern bedeckt. Ab dem Jahr 1956 gibt es Damhirsche auf Hanö, damals waren es 5 Stück, heute schätzt man zwischen 150 und 200 Stück. Die Hirsche fressen im Sommer von den Wiesenflächen, dadurch bleiben die Flächen offen und wuchern nicht zu. Im Winter werden die Hirsche gefüttert.

Leuchtturm
Der Höchste Punkt ist 60m hoch, dort steht der Leuchtturm, der mal der lichtstärkste der gesamten Ostsee war (Reichweite 23.5 sm). Er ist 16 m hoch und wurde 1904 gebaut. Er löste das Anlegefeuer auf dem Dach des Wohnhauses vom Leuchtturmwärter ab. Drei Lichtblitze alle 15 Sekunden werden über das Meer gesendet.  Der Leuchtturm wurde 1980 automatisiert und die Dienste des Leuchtturmwärters wurden nicht mehr benötigt. Direkt neben dem Leuchtturm steht das Haus, in dem früher der Leuchtturmwärter wohnte. Dieses Haus gehört der Gemeinde Hänö und kann für Aufenthalte auf der Insel genutzt werden.

Friedhof
Gleich in der Nähe des Leuchtturms findet man einen englischen Friedhof, hier steht ein großes Holzkreuz. Die Inschrift auf dem Holzkreuz stammt von einem englischen Fahrzeug und lautet “H.M.S. Plymouth 21 Juni 1973″. Das große Holzkreuz wurde erst 1973 im Zusammenhang mit dem Besuch einer englischen Fregatte auf der Insel errichtet. Während der Zeit des Napoleonkrieges 1810 – 1812  war Hanö Basis für die Manöver der englischen Kriegsflotte in der Ostsee. Die Flotte sollte den Handelsschiffen auf dem Weg zwischen Österjöhamnar und England Schutz bieten. Auf dem kleinen Friedhof sollen 15 Soldaten beerdigt sein. Noch heute läuft die Royal Navy die Insel an, um die toten Soldaten zu ehren. Dann wird oben auf dem Friedhof ein Gottesdienst abgehalten. Etwas entfernt vom englischen Friedhof gibt es noch eine kleine Grabstätte, hier liegt Karna Mattsdotter und zwei von ihren Kindern begraben. Sie wurden Opfer der Cholera im Jahre 1834.

 


Drachenspuren und Klappersteine
Ein Wanderweg führt durch eine offene Graslandschaft, die durch große glatt geschliffene Felsen unterbrochen wird. Auf diesen Felsen gibt es Drachenspuren. Hier die Legende: Der Drachen ist jede Nacht von Ternö und Hanö geflogen, mit nur zwei Flügenschlägen hat er die 20 km zurückgelegt. Als dann der Leuchttturm zum ersten Mal sein Lichtstrahl ausgesendet hat, erblindet der Drachen und stürzte ab. Wir hörten von dieser Legende und machten uns auf die Suche. Man muss schon sehr genau hinschauen, sonst findet man die Spuren nicht. Der Spazierweg ist ausgeschildert und führt vom Leuchtturm über den Friedhof zur Nordspitze “Bönsäcken”. Diese Nordspitze von Hanö (Bönsäcken) verändert sich ständig durch Strom und Wellen. Sie reicht 130 m ins Meer und besteht aus Millionen so genannter Klappersteinen. Die unterschiedlichen Steine (Granit, Diabas, Quarz, Gneis) sind durch die Gletscher und die Wellen in runde glatte Formen geschliffen und im Wasser schimmern sie in vielen Farben. 1976 verschwand die Nordspitze durch einen gewaltigen Sturm, später tauchte sie wieder auf und die Freude der Inselbewohner und deren Besucher war groß. Seitdem ist Bönsäcken eine Sehenswürdigkeit. Wie die Landzunge zu ihrem Namen kam ist ungewiss, eine Erklärung ist, dass man den Namen von den bohnenähnlichen Steinen ableitete. Aber es gibt auch noch eine Legende hierzu. Eine starke Frau soll auf Hanö gelebt haben und als sie sich einsam fühlte und auf das Festland wollte, sammelte sie viele Steine auf der Insel. Sie sammelte die Steine in ihre Schürze und als sie dann stolperte, fielen alle Steine aus der Schürze und polterten  ans Ufer und so entstand Bönsäcken.

Klappersteine auf Hanö

Ferienhäuser, Gemeindehaus und eine Jugendherberge bieten Möglichkeiten zum Übernachten oder als Urlaubsunterkunft.


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Eine Antwort

  1. toller Bericht der Lust auf ne neue Reise macht. Zwar haben wir gerade erst die Koffer ausgepackt und auch schon den naechsten Trip im Auge aber sowas schoenes MUSS man doch besuchen….hach die Reiseliste wird immer groesser…..

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